Atemwegserkrankungen wie Erkältungen, Bronchitis oder Asthma sind in Österreich weit verbreitet und können sowohl akut als auch chronisch die Lebensqualität beeinträchtigen. Laut dem Österreichischen Gesundheitsreport 2023 litten rund 15,7 Millionen Menschen unter wiederkehrenden Atemwegsinfekten, wobei Frauen häufiger betroffen sind als Männer. Besonders in den Wintermonaten steigt die Inzidenz deutlich an, da kühle Temperaturen und trockene Heizungsluft die Schleimhäute angreifen und die Viruserkrankungen begünstigen.
Die häufigsten Auslöser für Atemwegserkrankungen sind saisonale Viren wie das Influenzavirus oder Respiratorisches Syncytialvirus (RSV). Studien zeigen, dass etwa 80 % aller akuten Bronchitiden durch Viren verursacht werden, während Bakterien in nur 10–20 % der Fälle eine Rolle spielen. Besonders gefährdet sind Kinder unter fünf Jahren, Senioren ab 65 und Personen mit Vorerkrankungen wie Asthma oder chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD). Eine aktuelle Studie der MedUni Wien unterstreicht, dass nächtliche Atemaussetzer bei Asthmatikern das Risiko für Exazerbationen um bis zu 40 % erhöhen können.
Wichtige Präventionsmaßnahmen für gesunde Atemwege
Eine der effektivsten Strategien zur Vorbeugung von Atemwegserkrankungen ist die Stärkung des Immunsystems durch eine ausgewogene Ernährung. Besonders reich an Antioxidantien und Vitaminen sind Lebensmittel wie Beeren, Gemüse und Nüsse. Eine Studie des Instituts für Ernährungsmedizin in Wien zeigte, dass eine Ernährung mit mindestens fünf Portionen Obst und Gemüse pro Tag das Risiko für Atemwegsinfekte um bis zu 50 % reduzieren kann. Daneben spielt auch die regelmäßige Bewegung eine zentrale Rolle: Sportler:innen haben ein um 30 % geringeres Risiko für akute respiratorische Infektionen als Menschen mit einem sitzenden Lebensstil.
Zusätzlich ist die richtige Hygiene entscheidend. Das Robert-Koch-Institut empfiehlt, häufiges Händewaschen – besonders nach dem Kontakt mit öffentlichen Oberflächen – und das Tragen von Masken in überfüllten Räumen oder bei Vorerkrankungen. Eine aktuelle Empfehlung der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie betont auch die Bedeutung von Luftreinigern in Wohnungen, da Staubpartikel und Schadstoffe die Schleimhäute reizen und Infektionen begünstigen können. Besonders in Großstädten wie Wien, wo die Luftqualität im Winter oft unter dem EU-Grenzwert von 50 µg/m³ feiner Partikel liegt, sind Luftfilter eine sinnvolle Ergänzung.
Wann sollte man zum Arzt?
Nicht alle Atemwegserkrankungen erfordern eine medizinische Behandlung, aber bei bestimmten Symptomen wie anhaltender Fiebererscheinungen über drei Tage, Atemnot, bläuliche Lippen oder eine starke Verschlechterung des Allgemeinbefindens sollte ein Arzt aufgesucht werden. Laut den Richtlinien der Österreichischen Gesellschaft für Innere Medizin sollten Patienten mit Asthma oder COPD bei Atemnot auch bei leichter Aktivität oder nächtlichen Atemaussetzern sofort eine ärztliche Konsultation suchen. Eine aktuelle Datenbank der Sozialversicherung der Selbstständigen zeigt, dass in den letzten fünf Jahren die Anzahl der stationären Behandlungen für Atemwegsinfekte bei Kindern unter fünf Jahren um 22 % gestiegen ist, was auf eine Zunahme schwerer Verläufe hindeutet.
Für die Behandlung akuter Infekte sind oft Hausmittel wie warme Kräutertees oder Salzwasser-Spülungen wirksam. Bei bakteriellen Infekten können Antibiotika in manchen Fällen notwendig sein, doch eine falsche Anwendung kann zu Resistenzen führen. Eine aktuelle Studie der Universität Innsbruck zeigt, dass nur etwa 15 % der Bronchitisfälle tatsächlich eine antibiotische Behandlung erfordern, während die meisten Infekte von allein abklingen. Hier ist es wichtig, auf die individuellen Symptome und den klinischen Befund zu achten.
- Laut dem Gesundheitsministerium Österreichs wurden 2022 insgesamt 2,1 Millionen Arztbesuche wegen Atemwegserkrankungen registriert.
- Die häufigste Atemwegserkrankung in Österreich ist die akute Bronchitis, gefolgt von Erkältungen und grippalen Infekten.
- Die beste Präventionsmethode gegen Atemwegsinfekte ist das Händewaschen mit Seife, besonders nach dem Husten oder Niesen.
- Eine regelmäßige Impfung gegen das Influenza-Virus reduziert das Risiko für schwere Verläufe um bis zu 40 %.
- In Österreich werden jährlich etwa 10.000 stationäre Krankenhausaufenthalte wegen Atemwegsinfekte verzeichnet.
Atemwegserkrankungen sind ein weitverbreitetes Gesundheitsproblem, das durch präventive Maßnahmen und frühzeitige Behandlung deutlich reduziert werden kann. Wer auf eine gesunde Lebensweise achtet, auf Hygiene achtet und bei anhaltenden Beschwerden einen Arzt konsultiert, kann die Lebensqualität langfristig erhalten. https://www.verywell.at/ bietet weitere Informationen zu Atemwegserkrankungen und Präventionsstrategien.
